Der Wind über Santorini kennt noch die Namen der alten Götter.Die Menschen haben sie längst vergessen.Doch Erinnerungen verschwinden nicht mit den Tempeln, in denen sie einst lebten. Sie bleiben verborgen in uralten Steinen, überwachsenen Heiligtümern und den Geschichten jener, die bereit sind, ihnen zuzuhören. Auf den Höhen von Alt-Thera, wo einst die Götter geopfert und später Kirchen auf denselben Fundamenten errichtet wurden, beginnt eine Geschichte über Erinnerungen und Wandel. Im 6. Jahrhundert verändert sich die Welt. Das Byzantinische Reich festigt den christlichen Glauben, während die Lehren der Antike zunehmend in Vergessenheit geraten. Alte Heiligtümer verfallen, Philosophenschulen schließen ihre Tore, und eine neue Ordnung entsteht auf den Fundamenten einer vergangenen Kultur. Die junge Aika entdeckt ein verborgenes Relief und bewahrt es vor dem Vergessen. Ihr Bruder Lysandros verlässt die Insel auf der Suche nach Wissen. Seine Reise führt ihn über Rhodos bis nach Alexandria. Gewaltige Vulkanausbrüche verdunkeln den Himmel, bringen Kälte und Missernten; wenig später kündigt sich die Justinianische Pest an. Was bleibt bestehen, wenn sich alles verändert? Über Jahrhunderte begleitet der Agathos Daimon, der wohlwollende Schutzgeist der Antike, die Menschen. Unsichtbar beobachtet er, wie Götter vergessen, Heiligtümer verlassen und Erinnerungen verschüttet werden - und dennoch manches überdauert. Viele Jahrhunderte später reist Kajsa als Touristin nach Santorini. Zwischen Alt-Thera und den Museen der Insel begegnet sie den Spuren einer Vergangenheit, deren Echo bis in die Gegenwart reicht. Agathos Daimon verbindet historische Ereignisse, griechische Mythologie und die Landschaft Santorinis zu einem atmosphärischen Roman über Erinnerungen, Verlust und den leisen Übergang alter und neuer Zeit - eine Geschichte über Menschen, die bewahren, was andere längst vergessen haben.