Kniha Das wilde Spiel Toni Saller

Das wilde Spiel

Fussball zwischen Dorfkultur globalem Grössenwahn

Autor: Toni Saller
Jazyk: Němčina
Vazba: Brožovaná
Vydavatel: Books on Demand
Dostupnost: Skladem u dodavatele
Odesíláme za 5-8 dnů
398
Fussball entsteht in diesem Buch dreimal:In der europäischen Gesellschaft als subversives und rohes...

Informace o knize

Autor
Jazyk
Němčina
Vazba
Kniha - Brožovaná
Vydáno
2026
Stránek
206
EAN
9783696382315
ISBN
3696382310
Enbook ID
52767794
Vydavatel
Hmotnost
210
Rozměry
127 x 203 x 12

Kompletní popis

Fussball entsteht in diesem Buch dreimal:

In der europäischen Gesellschaft als subversives und rohes Volksspiel, bereits 1314 in einem Erlass der Obrigkeit als football bezeichnet und verboten, überlebte es in den Public Schools einer aufstrebenden bürgerlichen Elite, wurde dort pädagogisiert und salonfähig gemacht, von ehemaligen Schülern mit einem Regelwerk gezähmt und in einen Sport und Wettbewerb verwandelt, mit Verbänden institutionalisiert und mit dem britischen Empire in der Welt verbreitet.

Bei mir persönlich mit einem zusammengeknoteten Taschentuch in unserer kleinen Wohnung in Zürich-Albisrieden und, nachdem der Hauswart die Wiesen für unsere Leidenschaft freizugeben bereit war, auch vor dem Haus. Mein erster Trainer in unserem Quartierverein machte aus mir einen brutalen Verteidiger, nur durch einen lustigen Zufall wurde ich ein filigraner Mittelstürmer und bester Torschütze. Die Mittelschule und mein Ethnologie-Studium entfremdeten mich dem Milieu des Vereins. Bei den Fussballern galt ich als fauler Student, bei den Akademikern als primitiver Fussballer.

In einem Verein: Gerade mal der Schule entwachsen, gründeten 1913 bisher auf Straßen, in Hinterhöfen und illegal auf dem Kasernenareal kickende Jungs aus dem Züricher Kreis 4 im Restaurant National einen richtigen Fussballverein: den Ballspielclub Zürich, der nach langer Wanderschaft 1958 in Albisrieden strandete.

Das Buch oszilliert zwischen den drei Ebenen und beleuchtet so die Totalität eines kulturellen Phänomens. Dabei entfalte ich langsam meine These: Amateur-Fussballvereine versuchen, Gleichheit zu schaffen und Veränderungen aufzuhalten. Sie erscheinen nicht wie nach kapitalistischen Prinzipien funktionierende Gemeinschaften, weil Gegenseitigkeit gilt, man Geld meidet, sich nicht vergrössern will und man sich gegenseitig kennt. Einfluss und Macht wird via Prestige und damit ohne Zwangsmittel geregelt und schliesslich wird ein mythisches Geschichtsverständnis gepflegt. Diese Stämme